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Deutsch-griechisches Arbeitnehmerprogramm - Zusammenarbeit zwischen Trikala und Amberg trägt erste Früchte – erster griechischer Bewerber in Amberg

19. Juni 2019

Amberg. „Griechische Talente suchen Arbeit und wir suchen Talente für unseren Arbeitsmarkt“ – mit diesen Worten brachte es in im vergangenen Dezember Oberbürgermeister Michael Cerny bei einem Besuch in Trikala genau auf den Punkt. Die Arbeitssituation in Griechenland ist sehr schwierig geworden, vor allem für junge Erwachsene. Auf der anderen Seite suchen zahlreiche Amberger Unternehmen, Firmen und Geschäfte händeringend nach geeigneten Arbeitnehmern und auch Auszubildenden.

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Gewerbebau, der Agentur für Arbeit und der Stadt Amberg wurde ein Programm ins Leben gerufen, das es Triakalanern möglich machen soll, Deutsch zu lernen, nach Amberg zu kommen und hier eine Arbeitsstelle anzutreten.

Den ersten griechischen Bewerber durfte nun Bürgermeisterin Brigitte Netta gemeinsam mit dem Referent für Europaangelegenheiten Jens Wein und seinem Vorgänger Franz Mertel im Rathaus willkommen heißen. Der 42-jährige Efstathios Panagiotou war für zwei Vorstellungsgespräche, unter anderem als Pflegekraft bei der Bürger-Spital-Stiftung, zum Probearbeiten und einen Termin in der Arbeitsagentur nach Amberg gekommen und natürlich, um sich ein Bild von der Stadt zu machen. „Es profitieren beide Seiten von diesem interkulturellen Projekt“, freute sich Netta, die selbst bereits zweimal in Trikala zu Gast sein durfte.

 „Es ist in den vergangenen zehn Jahren schwierig geworden in Griechenland zu leben. Sich dort eine gute Zukunft aufzubauen ist fast nicht möglich. Und es wird noch schlimmer werden“, erzählte Efstathios bei dem Treffen. Die Möglichkeit in Amberg Fuß zu fassen und neu anzufangen, sei eine Chance für ihn und seine Frau Dimitra.

„Ich könnte mir gut vorstellen hier zu leben“, gestand Efstathios, der in Deutschland geboren und zur Schule gegangen ist. „Ich kenne die deutsche Kultur und spreche die Sprache, für meine Frau ist es nicht so einfach.“ Sie verstehe ein bisschen Deutsch, könne es aber nicht sprechen, verriet er weiter. Allerdings sei sie bereit, mit ihm den Schritt in die Oberpfalz zu wagen.

Manfred Tröppl, der Leiter der Arbeitsagentur in Amberg, sicherte Panagiotou und seiner Frau seine Unterstützung zu. „Wir haben die Möglichkeit, etwa durch Sprachkurse die Eingliederung ins Arbeitsleben in Amberg zu fördern“. Ähnliche Projekte gebe es bereits mit Spanien und Tschechien.

Efstathios bedankte sich bei allen sehr herzlich für die angebotene Hilfe und Unterstützung. „Ich bin hier mit offenen Armen begrüßt worden“, freute er sich. „Auch von Hellas Amberg“. Schon im Vorfeld habe die Familie Kontakt mit dem deutsch-griechischen Verein aufgenommen. Der habe sich um die Unterkunft gekümmert, habe vermittelt und den Fremdenführer gespielt. Auch weiterhin möchte man in Kontakt bleiben.

Noch vor seiner Abreise erreichten Efstathios Panagiotou gute Nachrichten. Sowohl das Bewerbungsgespräch als auch die Probearbeit im Heilig-Geist-Stift Amberg verliefen positiv. Wenn er möchte, kann er im September die Arbeitsstelle als Pflegekraft antreten. „Wenn ich zurück in Griechenland bin, werde ich in Ruhe alles mit meiner Frau besprechen.“, freute sich Efstathios. „Wenn wir uns für Amberg entscheiden, gibt es noch einiges für uns zu erledigen.“

(sis)