Eine Uraufführung lässt einen besonderen Konzertabend erwarten: Mit dem Stück „Zwei Träume“ wird der junge Komponist und Pianist Robert Neumann sein neustes Werk in Amberg zum ersten Mal aufführen. Robert Neumann hat sich in seinen neusten Kompositionen der vergangenen Jahre ganz neuen Entwicklungen widmen; obwohl sein Klaviertrio noch in einem Satz geschrieben ist, tun sich an verschiedenen Stellen andere Formen und Gattungen auf. Der Titel „Zwei Träume“ bezieht sich auf zwei zugrunde liegende Tonreihen, welche einen Traum vom Frieden und einen Traum vom Krieg veräußern.
Eingerahmt wird diese zeitgenössische Uraufführung von Ludwig van Beethovens 1798 erschienenem Klaviertrio B-Dur op.11 und Alexander Zemlinskys Klarinettentrio d-Moll, op.3. Sicher ist den meisten Beethoven- Liebhabern das Klaviertrio in B- Dur unter dem Namen „Gassenhauer“- Trio bekannt, das diesen Spitznamen aus bekanntem Grund trägt: Im 3. Satz des Klaviertrios verwendete Ludwig van Beethoven in neun Variationen das populäre Lied „Pria ch’io l’impegnao“ der Oper „L’amor marinaro ossia il corsaro“ (1797)- Liebe unter den Seeleuten“- von Joseph Weigl, einem damals für seine Opern bekannten österreichischen Komponisten und Dirigenten. Dieses Opernlied war zu Beethovens Zeiten ein echter Gassenhauer, also eine Art Schlager, der auch auf den Straßen gesungen wurde; er klingt volkstümlich und leicht komödiantisch. Beethovens Spielfreude und seine Lust an der Improvisation sind in den Variationen unschwer heraushören. Der dritte Satz mit den Liedbearbeitungen ist der berühmteste Teil des heiteren und gelösten Werkes. Sein Verhältnis der Instrumente Klarinette, Violoncello und Klavier weist darin eine wunderbare musikalische Ausgewogenheit auf.
Den Abschluss des Konzerts bildet Alexander Zemlinskys Klarinettentrio d-Moll, op. 3 (1871-19429), es zeigt die starke Verbindung zu Johannes Brahms und dessen Klarinettentrio in a-Moll, Op. 114, das am 24. Dezember 1891 in Meiningen uraufgeführt wurde. Zemlinskys Klaviertrio entstand fünf Jahre später in der Wiener Schaffensperiode im Jahr 1896. Von der Spätromantik, besonders von Brahms und Mahler stark beeinflusst hat sein Werk eine starke emotionale Dichte. Es ist noch tonal, weist aber Ansätze einer erweiterten Harmonik auf. Die reichen Farben und Kontraste zwischen Klarinette, Klavier und Cello wechseln zwischen melancholisch- düsteren Stimmungslagen und einem dramatischen Ausdruck, wobei die Klarinette eine dominante Rolle einnimmt, ähnlich wie in Brahms Klarinettentrio in a- Moll. Das Trio gilt für Klarinette und Klavier als herausfordernd.
Ulrike Hofmann, Rainer Neumann und Ivo Ruf bieten einen kontrastreichen Konzertabend, der „größer angelegte Schlaglichter gegenüberstellt“, so Rainer Neumann. Die Zusammenarbeit des Trios folgt auf ein bereits im Vorjahr gemeinsam gestaltetes Programm. Ulrike Hofmann ist Solo-Cellistin der Kammerakademie Potsdam und pflegt ihr weiteres, teilzeitiges Engagement beim Sinfonieorchester des Südwestrundfunks, wo sie Robert Neumann kennenlernte. Robert Neumann ist Pianist und Komponist und der frisch gebackene Gewinner des International German Piano Awards, bereits ausgezeichnet als OPUS Klassik Nachwuchskünstler, der den Deutschen Musikwettbewerb 2025 gewann. Er hat u.a. in Cannstatt ein Klavierfestival neu ins Leben gerufen. Ivo Ruf ist stellvertretender Solo- Klarinettist des SWR- Sinfonieorchesters und arbeitete bereits mit Robert Neumann in den gemeinsamen Studienzeiten zusammen. Er erhielt mehrere Stipendien und gründete zusammen mit seinem Bruder das vielfach ausgezeichnete Klarinettentrio „ClariNoir“.
Weitere Informationen zu dem Studiokonzert Klarinettentrio sind auf der Website www.stadttheater-amberg.de ersichtlich.
Tickets sind in der Tourist- Information unter ticket@amberg.de oder telefonisch unter Tel. 09621/10-1233 oder im Webshop unter www.webshop.amberg.de erhältlich.
