Gespräch mit dem Shoa-Überlebenden Ernst Grube

In Kooperation mit der KEB und der Stadtbibliothek bietet die vhs Amberg am Dienstag, 30. April 2024, von 18.30 bis 21 Uhr im Großen Rathaussaal ein Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube an.

Mit Ernst Grube kann an diesem Abend einer der letzten noch lebenden Shoa-Überlebenden von seinen Verfolgungen durch die Nationalsozialisten berichten. Unterstützt wird Ernst Grube von der Buchautorin und Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair, die seit 2005 mehr als fünfhundert Zeitzeugengespräche mit Holocaust-Überlebenden durchgeführt hat und durch das Gespräch führen wird. Sie bettet die Erzählungen des Zeitzeugen in den historischen Kontext ein und präsentiert Bilder und Dokumente aus seinem Leben.

Die Veranstaltung möchte zeigen, wie wichtig die Fortführung einer "Erinnerungskultur" in der Gesellschaft ist - gerade dann, wenn es einmal keine lebenden Zeitzeugen mehr geben wird.

Zur Person Ernst Grube:

Seine Mutter war Jüdin; sein nichtjüdischer, kommunistischer Vater weigerte sich, in eine Scheidung einzuwilligen und so seine Familie dem Vernichtungswahn der Nazis preiszugeben. Die drei Kinder kamen in ein jüdisches Kinderheim, das sie ab September 1941 nicht mehr verlassen durften. Im April 1942 wurde es aufgelöst. Ernst Grube und seine Geschwister wurden zunächst in das Sammel- und Deportationslager in Milbertshofen geschickt, dann 1942 nach Berg am Laim in die „Heimanlage für Juden“ verlegt. Nach über vier Jahren Heim- und Lageraufenthalt konnten die Kinder zu ihren Eltern zurück. Doch im Februar 1945 wurde Ernst Grube gemeinsam mit seiner Mutter und den Geschwistern nach Theresienstadt deportiert; zu einem Zeitpunkt, als die Befreiung des KZ Theresienstadt kurz bevorstand. Die Familie überlebte und wurde Anfang August 1945 in München wiedervereint.

Eine Anmeldung ist telefonisch unter 09621/10-1238, 10-1868, 10-1340, per E-Mail vhs(at)amberg.de oder online www.vhs.amberg.de bei der vhs Amberg möglich unter der Kursnummer AJ0115. Die von „Demokratie leben“ geförderte Veranstaltung ist kostenlos.