Menschen in der Prostitution oder Sexarbeit sind oft starker gesellschaftlicher Stigmatisierung und tief verwurzelten Vorurteilen ausgesetzt. Besonders Rom*nja erfahren darüber hinaus antiziganistische Diskriminierung, die ihre Lebensrealitäten zusätzlich belastet. Auch in Amberg ist das Leben dieser besonders vulnerablen Gruppe durch strukturelle Hürden geprägt, wie zum Beispiel den Zugang zu Wohnraum oder die mangelnde gesundheitliche Versorgung bei fehlender Krankenversicherung. Im Rahmen eines Fachtages, der am 29. April 2026 im ACC Amberg stattfindet, wird diese Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Rom*nja, die in der Sexarbeit tätig sind, erleben nicht nur Stigmatisierung und rassistische Diskriminierungen, sondern auch erhebliche Hürden auf dem Wohnungsmarkt. Diese problematischen Bedingungen prägen ihre Lebenssituation nachhaltig und erschweren den Zugang zu angemessenem und sicherem Wohnraum zum Leben außerhalb der beruflichen Tätigkeit. „In unserer sozialarbeiterischen Arbeit vor Ort merken wir, dass diese Diskriminierungen nicht nur ein abstraktes Problem sind, sondern die Lebensqualität und die soziale Teilhabe der Betroffenen direkt beeinflussen“, sagt Carina Angelina, Co-Einrichtungsleitung und Sozialarbeiterin von Parakaleo e. V.
Der Fachtag, der in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Amberg organisiert wird, richtet sich an alle Interessierte, besonders an Fachkräfte der Sozialen Arbeit aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, Vertreterinnen und Vertreter der Polizei sowie des Gesundheitsamtes, Ärztinnen und Ärzte, Ehrenamtliche sowie Wohnungsgebende (privat oder gewerblich). Ziel ist es, Raum für Erfahrungsaustausch und Vernetzung zu schaffen, um gemeinsam praktische Lösungsansätze für Amberg und darüber hinaus zu entwickeln.
„Die Lebensrealitäten der betroffenen Personen in Amberg sind ein Spiegelbild der bundesweiten Problematik. Hier in unserer Stadt wollen wir nicht nur über die Missstände sprechen, sondern auch konkrete, lokale Handlungsansätze entwickeln. Aus diesem Grund würden wir uns über die Unterstützung aus der Amberger Gesellschaft und dem Umland freuen“, betont Nadine Gräml, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Amberg.
Im Fokus des Fachtages stehen vor allem die Themen Wohnungs- und Obdachlosigkeit sowie Antiziganismus (Diskriminierung gegenüber Sinti*ze und Rom*nja), aber auch gesundheitliche Versorgung sowie soziale Teilhabe in Amberg. Der Fachtag bietet Vorträge, Praxisberichte und Diskussionsrunden, um diese Herausforderungen zu beleuchten und gleichzeitig Handlungsperspektiven aufzuzeigen. Referierende von Parakaleo e. V., dem Straßenkreuzer Nürnberg e. V. (Housing First) und dem Verband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg werden Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Handlungsperspektiven geben. Die Veranstaltung versteht sich als ein weiterer Schritt hin zu einer inklusiveren und diskriminierungsfreieren Gesellschaft.
Der Fachtag findet am Mittwoch, den 29. April 2026, von 9:00 bis 15:00 Uhr im ACC Amberg, Schießstätteweg 8, 92224 Amberg statt. Für Verpflegung (inklusive Mittagessen) und Getränke ist während der Veranstaltung selbstverständlich gesorgt. Durch eine Förderung der Deutschen Postcode Lotterie und dem EhAP-Plus Förderprogramm wird für den Fachtag keine Teilhabegebühr erhoben. Eine Anmeldung ist jedoch zwingend notwendig. Weitere Informationen zum detaillierten Programm und zur Anmeldung sind unter https://parakaleo.de/fachtag-prostitution-amberg zu finden.
Für weitere inhaltliche Fragen zum Fachtag steht der Parakaleo e. V. telefonisch unter 0911 - 38447065 oder per E-Mail an info@parakaleo.de zur Verfügung. Fragen zur Anmeldung können an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Amberg gerichtet werden – telefonisch unter 09621 10-2128 oder per E-Mail an gleichstellung@amberg.de.
