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Schöffen gesucht - Städtische Ämter stellen derzeit Vorschlagslisten auf – Bewerbungsfrist endet am 2. März 2018

1. Februar 2018

Amberg. Neben den Berufsrichtern werden bei Strafverfahren an Amts- und Landgerichten auch Laienrichter eingesetzt. Diese sogenannten Schöffen beurteilen zusammen mit den ausgebildeten Juristen die Taten der Angeklagten und setzten gemeinsam das Strafmaß fest. Alle fünf Jahre werden die Schöffen neu bestimmt: Deshalb suchen das Einwohner- und Jugendamt momentan Freiwillige, die sich in eine der Bewerberlisten aufnehmen lassen, um in der Amtszeit 2019 bis 2023 dieses verantwortungsvolle Ehrenamt auszuüben.

Die beiden Ämter erstellen diese Vorschlagslisten, die im Stadtrat bzw. im Jugendhilfeausschuss beschlossen und ans Amtsgericht weitergeleitet werden. Interessenten, die sich vorstellen können, als Schöffe im Bereich des Erwachsenenstrafrechts zu agieren, sollten sich bis spätestens 2. März beim Einwohneramt, Hallplatz 4 (1. Obergeschoss, Zimmer 101) melden. Wer sich als Jugendschöffe anmelden möchte, kann diese beim Jugendamt, Spitalgraben 3 (2. Obergeschoss, Zimmer 221) tun. Informationen zur Schöffenwahl 2018 sowie zu den Voraussetzungen finden sich im Internetauftritt der Stadt Amberg (www.amberg.de/rathaus/aemter-und-referate/einwohneramt/schoeffenwahl/) ebenso wie die Bewerbungsformulare.

Als Schöffen gesucht werden Frauen und Männer, die in der Stadt Amberg wohnen und am 1. Januar 2019 zwischen 25 und 69 Jahre alt sind. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen müssen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen und somit das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen so ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Juristische Kenntnisse sind dabei ausdrücklich nicht erforderlich. Die Lebenserfahrung eines Schöffen kann sich aus beruflicher Erfahrung oder gesellschaftlichem Engagement rekrutieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde.

Schöffen in Jugendstrafsachen sollten in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen. Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen ferner bereit sein, Zeit zu investieren und dürfen sich nicht im Vermögensverfall (z. B. Privatinsolvenz oder Zahlungsunfähigkeit) befinden.

Bei Fragen zum Schöffendienst steht im Einwohneramt Martin Schafbauer (Telefon 10-1321) und für den Jugendschöffendienst Sibylle Vinzens (Telefon 10-1849) oder Jürgen Stauber (Telefon 10-1368) vom Stadtjugendamt zur Verfügung.

(grt)