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Kooperationsseminar „Schulterschluss“ hilft Kindern aus suchtbelasteten Familien – Ausbau des Netzwerks und der gemeinsamen Arbeit – Wissenserweiterung für alle Beteiligte

30. November 2017

Amberg. „Schulterschluss“ lautete der Titel eines Kooperationsseminars, das in Zusammenarbeit des Stadt- und des Landkreisjugendamts stattfand und das Thema „Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien“ zum Inhalt hatte. Das Projekt wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und ging im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes über die Bühne.

Insgesamt 20 Vertreterinnen und Vertreter aus der Fachambulanz für Suchtprobleme, dem Gesundheitsamt, der Erziehungsberatungsstelle, der Kinder- und Jugendpsychiatrie Medbo, den Koordinierenden Kinderschutzstellen, dem Allgemeinen Sozialdienst und aus der Jugendsozialarbeit an Schulen nahmen daran teil. Die bayernweite Projektkoordination von „Schulterschluss“ liegt bei Prop e.V., für die örtliche Durchführung zeichneten Claudia Poh von der Stadt Amberg und Julia Schötz vom Landkreis Amberg-Sulzbach verantwortlich.

Bei dem Seminar standen die Sicherung des Kindeswohls, die Stärkung und der Schutz der Kinder sowie die Stärkung der Elternschaft im Mittelpunkt. Als „kommunikativer Motor“ für Vernetzung und Zusammenarbeit nutzt Schulterschluss fachlich moderierte Kooperationsseminare für die regionalen Akteure aus der Sucht- und Jugendhilfe. Durch das persönliche Kennenlernen und das gemeinsame Arbeiten zum Thema „Kinder suchtkranker Eltern“ im Rahmen der zweitägigen Seminare lassen sich Grundlagen für künftige Kooperationen und nachhaltige Netzwerke entwickeln. Außerdem sollen in der Folge nachhaltige institutionelle Kooperationen entstehen.

Das Seminar gliederte sich in vier Themenmodule auf. Dabei standen zunächst rechtliche Grundlagen zum Thema Kinderschutz und Kindeswohl in Familien im Mittelpunkt. Hier wie auch im zweiten Teil, in dem es um besondere Risiken in den Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen suchtkranker Eltern ging, kristallisierte sich heraus, dass sich der Blick der Jugendhilfe und der der Suchthilfe gemäß ihrer Aufgabenstellung deutlich voneinander unterscheiden. Dadurch gelang es, ein besseres Verständnis für die Arbeit und die Aufgaben des jeweils anderen Bereiches herzustellen.

Im Anschluss daran ging es um die Suchthilfe und ihre Arbeit mit suchtkranken Eltern. Dabei wurden strukturelle Fragen wie die nach den Zugangswegen, dem Verlauf der Beratung und Therapiemöglichkeiten erläutert. Außerdem wurden bereits vorhandene Projekte wie die FreD-Kurse des Gesundheitsamtes oder die Regenbogengruppe, die für Kinder von suchtkranken Eltern eingerichtet wurde, vorgestellt. Das vierte und entscheidende Modul schließlich hatte die gelingende Kooperation zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe zum Inhalt.

Dabei konnten sowohl gute Ansätze für eine Vernetzung als auch ein solides Angebot für die Suchtberatung im Erwachsenenbereich festgestellt werden. Gleichzeitig kam man jedoch zu der Auffassung, dass die Beratungsstrukturen für jugendliche Konsumenten durchaus noch ausbaufähig sind. Zusammengefasst bedeutete das Seminar eine gute Wissenserweiterung für die Beteiligten. Sie alle nahmen für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche Aufgaben mit, um die Kooperation von Jugend- und Suchthilfe weiter auszubauen und den betroffenen Familien ein besseres Hilfesystem anbieten zu können.

(su)