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Symposium zum Abschluss der Feierlichkeiten zu „700 Jahre Bürgerspitalstiftung“ – Informative Auseinandersetzung mit der Geschichte der Spitäler – Archäologe Dr. Hensch gibt erstmals eine Zusammenschau wichtiger Funde und Befunde

24. November 2017

Amberg. „700 Jahre Bürgerspitalstiftung Amberg“ – dieses besondere Ereignis wurde 2017 gebührend gefeiert. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres lädt die Stiftung am Samstag, 2. Dezember, im Großen Rathaussaal noch einmal zu einem Symposium ein. Im Zuge dessen werden Dr. Artur Dirmeier, Dr. Johannes Laschinger, Dieter Dörner und Dr. Mathias Hensch das Thema „Spital“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und dabei spannende Erkenntnisse und Informationen an ihre Zuhörer weitergeben. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich willkommen.

Das Vortragsprogramm beginnt um 10 Uhr mit einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Michael Cerny und endet gegen 15 Uhr mit einem Schlusswort des Stiftungsreferenten Franz Mertel. In der Zeit von 12 Uhr bis 13.30 Uhr ist eine Mittagspause vorgesehen. Für das Auftaktreferat zeichnet Dr. Artur Dirmeier verantwortlich, Leiter des Archivs im Katharinenspital in Regensburg und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der dortigen Universität. Er führt unter der Überschrift „Hospitäler in der Vormoderne. Aspekte der Forschung“ am frühen Samstagvormittag in das Thema ein.

Dabei wird Dr. Dirmeier, der in Regensburg und München Geschichte, Historische Hilfswissenschaften, Germanistik sowie Geographie studierte, einen Überblick über die Entwicklung des Spitalwesens geben. Demzufolge übernahmen Hospitäler anfänglich eher allgemeine sozial-karitative Aufgaben, bevor sie sich ab dem späten Mittelalter zunehmend spezialisierten. Mit dem Aufschwung des Städtewesens im 12. und 13. Jahrhundert entstanden dann die neuen städtischen Hospitäler, die bald den Namen „Bürgerspital“ führten und bevorzugt unter dem Patrozinium des Heiligen Geistes standen.

Im Anschluss an diesen Einführungsvortrag erfahren die Gäste des Symposiums vom Leiter des Amberger Stadtarchivs Dr. Johannes Laschinger Interessantes und Wissenswertes „Aus der Geschichte des Amberger Spitals“. Der gebürtige Staubinger, der sein Studium an der Universität Regensburg absolvierte und 1984 mit der „Geschichte der Spitalstiftung in Straubing“ promoviert wurde, führt im Rahmen seines Vortrags die Historie des 1317 von König Ludwig dem Bayern gestifteten Spitals von seinen Anfängen bis in die Neuzeit ein. Diese Entwicklung ist unter anderem gekennzeichnet durch eine Fülle weiterer Schenkungen, die in der Folgezeit hinzukamen und die wirtschaftliche Basis des Spitals und damit seine Leistungsfähigkeit zur Unterstützung von Armen, Alten und Kranken vermehrten.

Nach der Mittagspause ab 13.30 Uhr wird Dieter Dörner, Kreisheimatpfleger und Vorsitzender der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, „Die Zwölfbrüderstiftungen zu Nürnberg“ vorstellen. Deren Aufgabe war es, alten und nicht mehr arbeitsfähigen Handwerkern einen gut versorgten Lebensabend in einer mönchsähnlichen Gemeinschaft zu ermöglichen. Die erste Stiftung nahm der reiche Nürnberger Kaufmann Conrad Mendel 1388 vor, die zweite der Montanunternehmer Matthäus Landauer zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Eine Besonderheit dieser Stiftung ist die Tatsache, dass über 500 Jahr hinweg sämtliche Handwerker sowie Köchinnen und Hausverwalter in Bild und Text in sogenannten „Hausbüchern“ festgehalten wurden, die uns heute noch ein anschauliches Zeugnis der ehemaligen Spitalbewohner liefern.

„Aktuelle Ausgrabungen auf dem Gelände des Amberger Spitals Hl. Geist - Eine Zeitreise durch drei Jahrtausende“ ist der Vortrag von Dr. Mathias Hensch betitelt, der für die seit Sommer 2016 durchgeführten archäologischen Ausgrabungen auf dem Spitalgelände verantwortlich zeichnet und in seinen Ausführungen erstmals eine Zusammenfassung der wichtigsten Funde und Befunde aus den laufenden Untersuchungen vorlegen wird. Der Archäologe und Grabungsleiter wir bei dieser Gelegenheit aufzeigen, dass die bisher gewonnenen Erkenntnisse einen tiefen und bislang völlig unbekannten Einblick in die Siedlungs- und Stadtgeschichte Ambergs von der frühen Eisenzeit bis in das späte Mittelalter ermöglichen.

Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenlos, eingeladen sind alle geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Amberg und der Region. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Festschrift „700 Jahre Bürgerspitalstiftung Amberg“ sowie die eigens zum Jubiläum kreierten Bierkrüge zum Kauf angeboten, ebenso sind Briefmarken und Belege des Briefmarkensammlervereins 1904 Amberg erhältlich. Wer die Veranstaltung im Amberger Rathaus besuchen möchte, sollte beachten, dass der Rathauseingang am Vormittag in der Zeit von 9.30 bis 10 Uhr sowie am Nachmittag von 13 bis 13.30 Uhr geöffnet ist.

 (su)