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„Sprachwelten“ das Thema der 38. Erlanger Universitätstage

„Sprachwelten“: Dieses zentrale Thema steht bei den 38. Erlanger Universitätstagen in Amberg im Mittelpunkt. Von 7. März bis 4. April 2017 findet die Vortragsreihe im Großen Saal des Rathauses statt. Dabei wird sich an jedem der fünf Dienstagabende eine andere Fakultät aus ihrer Sicht mit Sprache auseinandersetzen. Die Referate beginnen wie gewohnt um 19.30 Uhr, Einlass ist eine halbe Stunde vorher. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Der Spiritus Rector der Erlanger Universitätgstage Prof. Dr. Rudolf Freiburg (links) und Ambergs Bürgermeister Martin J. Preuß stellten das diesjährige Veranstaltungsprogramm vor.

Welch spannende und hochaktuelle Auseinandersetzungen die Zuhörerinnen und Zuhörer dabei erwarten dürfen, darauf warf Prof. Dr. Rudolf Freiburg, Spiritus Rector der Erlanger Universitätstage, gemeinsam mit Bürgermeister Martin J. Preuß schon einmal einen Blick voraus. Im Beisein von Kulturreferent Wolfgang Dersch, Kulturamtsleiter Thomas Boss und Kulturfachkraft Barbara Cosima Frey, die aufseiten der Stadt Amberg für die Veranstaltung verantwortlich zeichnen, stellte er sowohl die Referenten wie auch die einzelnen Themen vor.

Den Auftakt wird Prof. Dr. Norbert Oettinger, Lehrstuhlinhaber für Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), bestreiten. Er widmet sich am Dienstag, 7. März, der Sprache der Etymologie und fragt „Wo kommen unsere Wörter her?“ In seinen Ausführungen wird der Spezialist für Hethitologie und Iranistik den Ursprüngen zahlreicher Begriffe auf den Grund gehen und dabei mit so manch unerwarteter Tatsache aufwarten können.

Einen Einblick in eine ganz andere Art der Sprache, nämlich die unserer Gene, gewährt eine Woche später am Dienstag, 14. März, Prof. Dr. André Reis. Reis ist seit Juni 2000 Lehrstuhlinhaber der Medizinischen Fakultät der FAU und Direktor des Instituts für Humangenetik am Universitätsklinikum in Erlangen. Als Kenner eines breiten Spektrums von genetischen Merkmalen und Erkrankungen geht er vor allem auf die Möglichkeit der ultratiefen Sequenzierung ein. Diese Technik erlaubt es erstmals, Einblicke in die höhere Organisation des Genoms zu gewinnen und daraus neue, interessante Erkenntnisse abzuleiten.

„Die Sprache der Bilder“ und damit eine wieder andere Bedeutung von Sprache rückt am Dienstag, 21. März, in den Ausführungen von Prof. Dr. Andreas Grüner in den Fokus. Dabei wird der Archäologe jedoch keineswegs die zeitgenössische Bildsprache einer Betrachtung unterziehen, sondern vielmehr die „Politische Propaganda für den römischen Kaiser“. Die hierbei verfolgten Strategien erinnerten durchaus an die Aktionen der Diktaturen im 20. Jahrhundert, meint Grüner und fragt sich, weshalb der allmächtige und gottgleiche Herrscher des damaligen Weltreiches diese Propaganda überhaupt nötig hatte.

Die Referentin des vierten Abends am Dienstag, 28. März, Prof. Dr. Jessica Freiherr, hat Ernährungswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena studiert. Bereits im Rahmen ihrer Promotion befasste sie sich mit dem Geruchssystem des Menschen und dem diesem zugrundeliegenden neuronalen Netzwerk, in ihrem Vortrag nimmt sie nun „Die Sprache der Gerüche“ in den Blick. Diese Verknüpfung von „Linguistik und Geruchswahrnehmung“ zu untersuchen ist jedoch gar nicht so einfach, wie Prof. Freiherr darlegen wird, „denn für manche Gerüche fehlen uns schlichtweg die Worte“.

Zum Abschluss der diesjährigen Universitätstage geht Prof. Dr. Thomas Herbst am Dienstag, 4. April, der Sprache der Kinder und der Erwachsenen auf den Grund und wird sich dabei mit dem Thema „Sprache, Spracherwerb und Kognition“ auseinandersetzen. Der Anglist, Mitherausgeber des ersten Valenzwörterbuchs der englischen Sprache und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kognitive Linguistik macht in seinen Ausführungen deutlich, dass Sprache nicht einfach aus einem Wortschatz und einer Grammatik besteht, wie es der amerikanische Sprachwissenschaftler Noam Chomsky in seiner Theorie beschreibt, sondern dass für das gegenseitige Verstehen generelle kognitive Fähigkeiten die Basis bilden.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, die Vorträge im Rathaus als Gasthörer zu besuchen und dabei viel Neues und Interessantes über unsere „Sprachwelten“ zu erfahren. Weitergehende Informationen können dem an vielen öffentlichen Stellen ausliegenden Programmheft entnommen oder im Internet unter www.fau.de sowie unter www.amberg.de nachgelesen werden. Im Rahmen der Vorstellung machte Prof. Rudolf Freiburg zudem darauf aufmerksam, dass kürzlich ein weiterer Band der Reihe „Erlanger Universitätstage in Amberg“ mit den Vorträgen aus den Vorjahren aufgelegt worden ist. Die Publikation ist mit dem Jahresmotto 2015 „Unendlichkeit“ betitelt und im Buchhandel erhältlich. 

 

 

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