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Freie Klasse München präsentiert „ZITTERN“ von 7. September bis 15. Oktober in der Stadtgalerie

Zuerst denkt der Kunstkenner an einen Tippfehler: Statt zittern müsste es doch wohl zithern heissen? Bekanntlich agiert das Kunstkollektiv „Freie Klasse“ wie eine Musikgruppe. Wie in einer wilden Boy-Group spielen alle gemeinsam, doch anstatt Musik zu machen ist das Endprodukt ihrer Arbeit die bildende Kunst. Dabei gibt es keinen „Leadsänger“ oder Background-Chor, alle arbeiten gemeinsam an den Projekten und tragen ihren Teil zur Band bei. Was liegt also näher als an eine fünfstimmige Zither-Party zu denken, die am Donnerstag, 7. September 2017 um 19.30 Uhr in der Stadtgalerie ALTE FEUERWACHE im Stadtmuseum Amberg stattfindet?

Lebender Europastern, Gruppenfoto Freie Klasse München, 2006 © Freie Klasse München

Natürlich ist es die erfahrene Herangehensweise zuerst Erwartungen und dann Verwirrungen zu stiften, die die fünf Künstler Wolfgang Groh, Hermann Hiller, Ralf Homann, Wilhelm Koch, Gottfried Weber-Jobe – alle fünf längst dem Boy-Group-Alter entsprungen – zur meisterlichen Perfektion entwickelt haben. Gegründet 1987 an der Münchner Kunstakademie, von der aus der Impuls für weitere “Freie Klassen”, “Freie Fächer” oder “Autonome Seminare” an den Kunsthochschulen in Deutschland und Nordeuropa entsprang, spielt die Freie Klasse München nun seit 30 Jahren mit den Erwartungen des Kunstpublikums.

Das was heute mit Begriffen wie „postfaktisch“ oder „Fake-News“ breit diskutiert wird, haben die Fünf bereits in den 1990 Jahren in all ihren künstlerischen Verästelungen analysiert und ausprobiert. Sie zeigten „Junge Kunst aus Moskau“, gründeten ein eigenes „Museum der Freien Klasse“ genauso wie eine Hilfsorganisation „Hilfe heilt helfen“. Sie kämpften gegen Diktaturen und retteten Europa. Letzteres sogar drei Mal: „Rettet Europa“ in Wasa/Finnland, im oberpfälzer Etsdorf und in München. Immer war das Kunstkollektiv den Debatten der Zeit um fünf Nasenlängen voraus. Und nun „Zittern“?

Drei Überlegungen mögen dem Leser mit auf dem Weg gegeben sein: Politisch argumentiert zittert eine Freie Klasse nicht, denn sie ist frei. Ästhetisch gesehen hat das Zittern eines Malers wie Gerhard Richter mit dem großen feinen Pinsel die Unschärfe fehlerhafter Fotografie in die Malerei überführt. Ist das die versteckte Botschaft der Freien Klasse? Entdecke das Zittern in der Kunstgeschichte! Vielleicht ist auch ganz anders: Glauben wir der Zitty, der Berliner Szene-Zeitschrift, liegt der Kunstmarkt der deutschen Hauptstadt zwischen „Zittern und Hoffen“. Getrübte Stimmung weltweit: Nur noch wenige Große verdienen fast alles, der Rest darbt. Da heißt es: Warm anziehen! Oben wird die Luft dünner, unten umso kälter. Ein künstlerisches Zittern und Zähneklappern landauf und Land unter. R.F.O. Aukofer, Garda, Italien, 2017

In dem 1987 gegründeten Kunstkollektiv entstehen Arbeiten, die ihren Anlass an Orten und Räumen in der Stadt finden und sich zu diesen verhalten. Der Ort bietet die Grundlage für Erzählung, Fiktion und Installation. Freie Klasse sind: Wolfgang Groh, Hermann Hiller, Ralf Homann, Wilhelm Koch, Gottfried Weber-Jobe. Die Ausstellung in der Stadtgalerie ALTE FEUERWACHE dauert von 7. September bis 15. Oktober 2017. Bei der Vernissage am Eröffnungstag spricht Dr. Thomas Winter (Berlin) per Live-Video-Schaltung übers Zittern. Die Freie Klasse München stellt Michael Wittmann (München) vor. Für musikalische Klänge sorgt Georg Fruth (Amberg).

 

 

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